Die Vereinsgründer Saskia Rudolph, Chris Ludwig, Roman Schwarz, Tom Wonneberger und Stephan Busch

Gemeinsam mehr erreichen!

Anzeige Z usammen kann man mehr erreichen als allein, das weiß doch jeder. Aber wo findet man die anderen, mit denen zusammen man Großes schaffen kann? Saskia Rudolph und ihr Team haben eine Antwort darauf gefunden - und einen Verein gegründet, dessen Name Aufforderung und Ermutigung zugleich ist: lassesunstun e.V.

Text: Friederike Deichsler

Alles fing mit einem Wir-müssen-etwas-unternehmen-Gefühl an. „Vor vier Jahren herrschte in Dresden eine Stimmung, in der viele gesagt haben ‚Hier geht nichts mehr’“, erinnert sich Saskia Rudolph. „Wir wollten zeigen, dass man die Stadt gestalten kann. Und dass man hier gute Leute findet, mit denen man tolle Projekte auf die Beine stellen kann.“

Dafür luden sie – damals noch zu viert – jeden, den sie kannten, in eine alte Werkhalle ein und fragten: Was wünscht du dir von der Stadt? Was willst du hier verändern? Was brauchst du dafür?

Helfende Hände vor der eigenen Haustür

An dieser Idee des branchenübergreifenden Zusammenkommens hält der Verein bis heute fest. Er bietet eine Plattform für alle, die Ideen für ein Projekt haben und dabei Hilfe brauchen. Saskia Rudolph erklärt: „Egal was du vorhast, ob du ein Sofa in die Fußgängerzone stellen und Konzerte geben oder einen Verein gründen willst – wir sind die Anlaufstelle.“

Denn normalerweise blieben auch Leute, die etwas bewegen wollen, eher unter sich: die Start-Up-Szene, Künstler, Leute, die sich in sozialen Projekten engagieren. Lassesunstun versucht, Leute mit ähnlicher Vision aus all diesen verschiedenen Netzwerken und Branchen zusammenzubringen.

Dafür organisiert das mittlerweile fünfköpfige Team diverse Veranstaltungsformate. Zum Beispiel viermal im Jahr die sogenannten Meet Ups. Dort können jeweils fünf Teams ihre Ideen dem Publikum präsentieren und um Unterstützung bitten. Das nennt sich dann Pitch – obwohl es streng genommen keine Aufträge zu gewinnen gilt und auch keine bohrenden Fragen potenzieller Investoren gibt.

Die Teilnehmer des Meet Ups sitzen in einem Lokal zusammen.
Bei den Meet Ups lässt sich lockerer Atmosphäre über Ideen für Dresden diskutieren.

Die Idee dahinter: Viele Menschen wollen sich zwar engagieren, wissen aber nicht, wo. Bei den Meet Ups könnten sie genau das passende Projekt finden. „Bei den letzten Pitches wurde ein Trauerzentrum für Kinder und Jugendliche vorgestellt, gefolgt von einer total lustigen App, die dir dabei hilft, dich zu entspannen und Dinge nicht zu tun – die Mischung ist total spannend“, so Saskia Rudolph. „Und: Keine Idee ist zu klein, um bei uns vorgestellt zu werden!

Dresden ist in Bewegung

Inzwischen fragen so viele Projekte an, dass die Arbeit von fünf Ehrenamtlichen kaum zu schaffen ist. Um Teams und Unterstützer noch besser matchen zu können, pflegt lassesunstun deshalb seit vergangenem Jahr eine Datenbank. Wenn etwa eine Initiative oder ein Projekt anwaltliche Beratung braucht, können Saskia Rudolph und ihr Team schnell nachschauen, ob nicht jemand genau diesen Service anbietet.

Das Konzept geht auf: Ein Comicprojekt zum Thema Gleichberechtigung und Sexismus, das der Verein im vergangenen Jahr begleitete, gewann im März 2018 den Frauenpreis der SPD. Und auch in Dresden hat sich aus Sicht des Netzwerks einiges getan: „Ich habe das Gefühl, da ist momentan sehr viel in Bewegung“, freut sich Saskia Rudolph.

Mitmachen? Bei wem die Ideen jetzt nur so sprudeln, der kann sich auf die nächsten Meet Ups am 25. April und 27. Juni freuen – Es sind noch Plätze frei! Jahreshighlight ist das Konfestival TUN 2018 am 6. September.