Philharmonischer Kinderchor Dresden

Singende, klingende Brücken

Anzeige I n Dresden trifft sich der musikalische Nachwuchs zum Internationalen Kinderchorfestival. Aber nicht nur zum Singen: Es geht um Kontakte, Freundschaften und gelebte Vielfalt.

Text: Friederike Deichsler

Verständigung funktioniert nur über eine gemeinsame Sprache? Das stimmt wohl, nur muss das nicht zwingend Deutsch, Englisch oder Französisch sein. Werden die Stimmbänder statt zum Sprechen zum Singen eingesetzt, übernimmt Musik diese Vermittlerrolle und eine gemeinsame Wellenlänge ist schnell gefunden. Der Philharmonische Kinderchor Dresden jedenfalls hat damit gute Erfahrungen gemacht. Deshalb lädt er alle zwei Jahre Gäste aus der ganzen Welt zu sich ein – vom 25. April bis 2. Mai 2018 schon zum siebten Mal.

„Es ist toll, dass wir eine so große Breite an Kulturen abbilden können“, freut sich Katharina Rosner, Organisationsleiterin des Internationalen Kinderchorfestivals. Die weiteste Anreise haben in diesem wohl „Shumayela“ aus Kanada und das „Tipfuxeni Youth Project“ aus Südafrika. Außerdem sind die „Little Singers of Armenia“ und die Kinder und Jugendlichen von „Tutarchela“ aus Georgien dabei, der Kinderchor „Zvezdice“ kommt aus Serbien. Während der Festivaltage werden die Teilnehmer Konzerte geben und neue Stücke einstudieren.

Eigene Komposition für das Kinderchorfestival

Vor allem aber werden sie die sächsische Landeshauptstadt erkunden und sich gegenseitig kennenlernen. Fester Bestandteil ist zum Beispiel ein Workshop, in dem die Chorleiter einem anderen Chor ein landestypisches Stück beibringen.

Höhepunkt ist dann das Abschlusskonzert am 1. Mai in der Dresdener Frauenkirche mit der Uraufführung eines eigens für das Festival komponierten Werks. In diesem Jahr ist das „Journey of a quiet thought“ von Christoph Hiller.

Dass das gemeinsame Musizieren einmal zur Tradition werden würde, ahnte bei der ersten Ausgabe 2006 noch niemand. Damals gab der 800. Geburtstag der Stadt den Anlass für den Auftakt – und eine besondere Idee: „Mit dem Philharmonischen Kinderchor waren wir bei vielen Festivals, bei denen der Wettbewerbsgedanke im Vordergrund stand“, sagt Katharina Rosner. „Wir wollten ein Zusammenkommen frei von Druck und Konkurrenzdenken schaffen.“ Alle Mitwirkenden arbeiten ehrenamtlich für das Festival. Mit Musik für Verständigung und Verständnis zu sorgen, liegt ihnen einfach am Herzen. „Ich war früher selbst im Philharmonischen Kinderchor und habe erlebt, wie schön es ist, in anderen Ländern zu singen und dabei andere Kulturen kennenzulernen“, erzählt Rosner.

Und eben weil das Internationale Kinderchorfestival den Wert von Musik so anschaulich verkörpert, soll es in diesem Jahr noch mehr bewegen. Mit dem Symposium am 27. April ist ein neuer Programmpunkt hinzugekommen, bei dem diskutiert werden soll wie wichtig musikalische Bildung ist. Die Leiter der Gastchöre berichten von den Erfahrungen in ihren Projekten, Musiklehrer und andere Experten sind eingeladen.

Erstmalig auch Dresdener Schulchöre auf der Bühne

Die Zusammenarbeit mit Schulen war den Organisatoren des Festivals schon immer wichtig: So sind die Teilnehmer bei Dresdner Schüern untergebracht, Partnerschulen organisieren Projekttage.

Mit dem Schülerkonzert, einem weiteren neuen Programmpunkt in diesem Jahr, können Dresdener Schulen nun zeigen, wie gut sie auch musikalisch aufgestellt sind. Seit Monaten bereiten sie sich mit Chordirektor Prof. Gunter Berger auf ihren großen Auftritt vor – und zwar im Kulturpalast, der nach der Neueröffnung auch gleich eine neue Hauptbühne für das Kinderchorfestival bietet.

Das Internationale Kinderchorfestival Dresden startet am 25. April in die siebte Runde. Highlights sind das Eröffnungskonzert am 27. April im Kulturpalast und die Abschlussaufführung in der Frauenkirche. Das ganze Programm und Tickets gibt es hier.