„Man darf auch mal lachen müssen“ 5 Jahre Humorzone

Z um kleinen Jubiläum des Dresdner Humorfestivals haben sich über 100 Künstler angemeldet. Sie werden eine knappe Märzwoche lang die Dresdner Bühnen kapern: die Herkuleskeule natürlich, den Dresdner FriedrichstaTT Palast und das Boulevardtheater, aber auch Schauspielhaus, Schauburg und Scheune. Insgesamt sind es über 50 Veranstaltungen auf 14 Bühnen – da kommt man nicht so einfach dran vorbei.

Will man vielleicht auch gar nicht, denn die Schar der Jubiläumsgratulanten ist illuster und sorgfältig ausgewählt: Martina Schwarzmann, Horst Evers, Gernot Hassknecht, Felix Lobrecht, Helene Bockhorst, Sebastian Pufpaff, Michael Hatzius & die Echse, Rolf Miller, René Marik, Ausbilder Schmidt, Lisa Feller, die feisten, Ingolf Lück, Suchtpotenzial, die Zärtlichkeiten mit Freunden,Wladimir Kaminer – und mit dem Comedyduo The Umbilical Brothers sind sogar Gäste aus Australien dabei.

Gastgeber und Schirmherr ist wie jedes Jahr Olaf Schubert. Wir haben ihm einige Fragen gestellt.

Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum! Wird die 5. Ausgabe der Humorzone ein besonders gutes Festival? 

Man muss ja nicht immer mit Superlativen um sich werfen: noch schneller, noch höher, noch lustiger, das ist irgendwie ja auch gar nicht möglich. Nur lustig reicht ja. Wir werden uns also wie stets bemühen.

Bezeichnen Sie sich eigentlich als Humorist? Oder eher Kabarettist, oder Comedian?

Alles falsch. Ich bin Überbringer der Botschaft, freischaffender Betroffenheitslyriker, Vergewaltiger des Bösen, Mittler zwischen Kunst und Soziallabbau, Lichtgestalt aus Dunkeldeutschland, Bundesolaf, Zentralschubert, Weltretter… und bestimmt noch mehr, was mir gerade nicht einfällt.

Warum muss die Welt nochmal gerettet werden?

Wir haben ja nur noch eine Welt, das ergaben letzte Zählungen, und es wäre doch recht bedauerlich, wenn diese eine Welt nicht mehr gebrauchsfähig wäre.

Warum ist Humor dafür ein geeignetes Mittel?

Weil die anderen nicht so richtig funktionieren.

Was ist das Besondere am sächsischen Humor?

Keine Ahnung, vielleicht hat er gar nichts besonderes. Ich bin ja im ganzen Land unterwegs, im Norden, Süden, Osten und Westen. Aber diese Klischees, der Norden ist verstockt und so, die konnte ich nicht feststellen. Vielleicht gibt es Muster, aber ich habe sie noch nicht entdeckt, dechiffriert und bloßgelegt.

Kann man rechte Gewalt mit Humor bekämpfen?

Humor und Bekämpfen, egal ob Rechtsextremismus, Unpünktlichkeit oder Arbeitslosigkeit, das schließt sich, glaube ich, aus. Humor kann anregen, in Gang setzen, unterhalten, verstören oder einfach nur zum Lachen bringen. Zur Bekämpfung – wovon auch immer – möge bitte Unkraut-Ex oder die Armee eingesetzt werden.

Olaf Schubert ist preisgekrönter Komiker, Schirmherr des Festivals und Moderator der Gala zum Abschluss am 17.3. im Alten Schlachthof.

Humorzone Dresden, 13.–17.3.2019.
Das vollständige Programm gibt es unter humorzone.de