Wir feiern die Stadtteile (7) Laubegast

Anzeige I n unserer Serie über Dresdens schönste Viertel machen wir uns in dieser Woche auf in den Osten der Stadt. Laubegast liegt am linken Elbufer und war früher ein Fischerdorf. Vor knapp 100 Jahren wurde das Viertel eingemeindet - und versprüht bis heute einen gewissen dörflichen Charme. Den schätzt Götz Wiegand, passionierter Bergsteiger und Kletterer, besonders.

Laubegast ist der schönste Stadtteil Dresdens, weil …

… er eine herrliche Symbiose ist zwischen Dorf und Stadt. Es ist beschaulich hier, gemütlich, Jeder kennt Jeden. In zehn Minuten ist man von hier aus in der Innenstadt. Und weil Laubegast im Dresdner Osten liegt, ist man auch schnell in der Sächsischen Schweiz. Überhaupt ist die Umgebung fantastisch: die Elbhänge gleich um die Ecke, der Elbradweg, und die vielen Kneipen unten am Fluss… Ich gehe am liebsten ins „Zum Gerücht“.

Wie würden Sie Laubegast einem Ortsfremden erklären?

Ein Großstadtviertel mit dörflichem Charakter, in dem viele interessante Leute leben. Es ist natürlich ein bürgerlicher Stadtteil, die meisten Bewohner gehören mindestens zur Mittelklasse. Kein Wunder: Man muss schon tiefer in die Tasche greifen, wenn man so elbnah wohnen möchte. Trotzdem wohnen hier sowohl junge Leute als auch Senioren; die Mischung stimmt.

Wer fühlt sich in Laubegast besonders wohl?

Menschen, wie meine Frau und ich sie in unserem Kulturladen und Verein „Breitengrad“ treffen: offene, tolerante, freundliche und heimatverbundene. Toleranz und Heimatverbundenheit gehören für mich zusammen. Ich selbst bin seit vielen Jahren Extrembergsteiger, bereise Dschungel und Wüsten. Das kann ich aber nur machen, weil ich ein Zentrum in Laubegast habe, in dem ich mich verwurzelt fühle und wo ich alle kenne. Naja: fast alle.

Wenn Laubegast ein Mensch wäre: Wie würden Sie ihn charakterisieren?

Großherzig, weise und trotzdem neugierig. Und hilfsbereit.

Der passende Soundtrack für einen Spaziergang durch Laubegast wäre dieser Song:

Götz Wiegand
geboren 1959 in Klaffenbach bei Chemnitz, studierte Maschinenbau in Dresden und klettert seit 1984. Er bestieg u.a. vier Achttausender im Himalayagebirge. Zwischen 1997 und 2008 wohnte er selbst in Laubegast. Seit 2004 hat er hier seinen Laden Breitengrad.

Inselfest Laubegast
Beim Elbhochwasser im August war der Stadtteil eine Weile vom Rest Dresdens völlig abgeschnitten und nur noch per Boot erreichbar. Um an die Flut und die vielen Helfer zu erinnern, feiert Laubegast jeden Sommer im August das Inselfest.