Wir feiern die Stadtteile (4) Johannstadt

Anzeige M arion Krüger kennt die Johannstadt aus dem Effeff. Hier berichtet sie, warum sie schon seit über 30 Jahren hier lebt – und gar nicht daran denkt, wegzuziehen.

Die Johannstadt ist der schönste Dresdner Stadtteil, weil …                            

… es hier eine spannende Mischung gibt aus Zerstörtem und Neugewachsenem, aus Platte und Parks. Bei der Bombardierung Dresdens vor über 70 Jahren hat dieser Teil der Stadt besonders viel abbekommen. Und dann wurde neugebaut: mit vielen Grünflächen, breiten Straßen und großzügiger DDR-Architektur. Ich bin selbst vor über 30 Jahren in einen Plattenbau gezogen und finde das sehr komfortabel: mit der Aussicht zum Fernsehturm, den Gebirgszügen der Sächsischen Schweiz, dem Rathausturm im Stadtzentrum. Die Wege sind kurz, ich bin in wenigen Minuten in der Altstadt, im großen Garten oder über die Waldschlösschenbrücke in der Dresdner Heide.

Wie würden Sie die Johannstadt einem Ortsfremden erklären? 

Die Johannstadt wirkt auf den ersten Blick trostlos und anonym – besonders im Kontrast zu den zurechtgemachten Villen der Nachbarbezirke Striesen und Blasewitz. Guckt man genauer hin, bemerkt man die wunderschön angelegten Parks, die gepflegten Grillecken zwischen den Häusern, wo die Hausgemeinschaften ihre Sommerfeste feiern. In unserem Garten pflanzt ein Nachbar Kartoffeln, daneben spielen die Kinder, und wir haben auch ein paar Stadtteilimker, die Führungen zu den versteckten Ecken anbieten.

Wer fühlt sich in der Johannstadt besonders wohl? 

Alle, die das richtige Dresden kennenlernen wollen. Und alle, denen es wichtig ist, Grünflächen in der Nähe zu haben. Wer gern Rad fährt, ist hier auch gut aufgehoben, denn die Johannstadt grenzt an den EU-Elberadweg. Kurz: unternehmungslustige Menschen, die die Nähe zu Kultur und Natur schätzen und gleichzeitig nicht zu viel Trubel um sich herum haben wollen.

Wenn die Johannstadt ein Mensch wäre: Wie würden Sie ihn charakterisieren?

Als jemanden, der sehr offen ist und viele Interessen hat. Der neugierig ist und gern auf Entdeckungsreise geht – das würde zu den vielen wissenschaftlichen Instituten hier passen und zu der Hochschule für bildende Künste, die sich in Johannstadt befindet. Es wäre aber kein lauter Mensch, sondern einer, bei dem man sich ein wenig Mühe geben muss, wenn man ihn kennenlernen will.

Der passende Soundtrack für einen Spaziergang durch die Johannstadt wäre dieser Song:

Marion Krüger

lebt seit 1987 in der Johannstadt und engagiert sich dort besonders in dem nachbarschaftlichen Hilfenetzwerk „Willkommen in Johannstadt““, einer ehrenamtlichen Initiative von Menschen aus der Johannstadt und Umgebung. Das Netzwerk will ein friedliches und offenes Miteinander fördern sowie gegenseitigen Respekt, Toleranz und Neugier auf andere Kulturen.

Johannstädter Elbefest

Jedes Jahr im August lädt der JohannStadthalle e.V. zum Johannstädter Elbefest ein. Gefeiert wird auf den Elbwiesen rund um den Fährgarten. Das Programm ist bunt und bietet für jeden etwas: von Spiel- und Mitmach-Aktionen über Musik und Magier bis hin zu Bootsfahrten und einem großen Pool zum Plantschen. Traditionell findet dann auch das Elbeschwimmen statt.